Rechte Gewalt ist auch 2019 ein Problem!

Ein ereignisreiches Jahr 2018 ist zu Ende, doch leider gibt es für uns AntifaschistInnen keine Verschnaufpause:

In der Silvesternacht kam es in den nordrhein-westfälischen Städten Bottrop und Essen zu einem rassistischen Anschlag. Der 50-jährige Andreas N. versuchte innerhalb kurzer Zeit vier Mal, mit seinem Auto gezielt MigrantInnen zu überfahren und damit zu ermorden. Unter den Verletzten befinden sich auch Kinder, eine 46-jährige Frau überlebte knapp nach einer Notoperation. Der Täter begründete seinen Mordversuch mit rassistischer Hetze, unter anderem darüber, dass arbeitslose Ausländer genauso viel Geld wie er bekämen.

Recht schnell wurde von den Medien die These eines psychisch kranken Einzeltäters verbreitet, mit Hinweis auf einen fehlenden rechten Hintergrund von Andreas N. Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul sprach in einem Interview gar davon, dass der Täter „aus einer persönlichen Betroffenheit und Unmut heraus dann Hass auf Fremde entwickelt hat“. Damit wird die politische Dimension der Tat und vor allem ihre gesellschaftlichen Ursachen komplett ausgeblendet. Es ist auch eine bequeme Möglichkeit, sich nicht der sozialen Realität in der BRD zu stellen: Rechte und Rassistische Gewalt nimmt zu.

Gerade im Dezember vergangenen Jahres kam es in verschiedenen Regionen zu rechten Brandanschlägen: In Kiel versuchten Rechte, das Linke Projekt Li(e)ber Anders anzuzünden, im Großraum Frankfurt kam es gleich zu drei Brandanschlägen auf Linke Hausprojekte und in Vaihingen an der Enz zerstörten mutmaßlich Rechte eine noch unbewohnte Geflüchtetenunterkunft ebenfalls mit Feuer.

Eine Koordination der Angriffe kann bisher ausgeschlossen werden. Was jedoch nicht ausgeschlossen werden kann, ist die Bildung von bewaffneten rechten Zellen in der Bundeswehr oder faschistischen Terrorgruppen wie Combat 18. Gerade Combat 18 diente dem NSU als Organisationsblaupause und stellt den bewaffneten Arm des faschistischen Musiknetzwerks „Blood & Honour“ dar. Obwohl „Blood & Honour“ seit einigen Jahren verboten ist, trifft dies nicht auf Combat 18 zu. Auch im Zuge dieser verharmlosenden Politik gegenüber den Rechten, ist es nicht weiter verwunderlich, dass „Blood & Honour“ weiter in der BRD existiert und agiert. Dass diese Strukturen auch Verbindungen in den Raum Stuttgart haben, wurde durch eine kürzlich erfolgte Hausdurchsuchung in Fellbach offensichtlich.

Doch es ist nicht nur das Stillhalten der Behörden, die Rassisten wie Andreas N. & andere zu ihren Taten ermutigen. Es sind auch die anzugtragenden Scharfmacher im Bundestag und den Landesparlamenten wie Alice Weidel, Björn Höcke und Horst Seehofer, der in einem Interview mit der BILD-Zeitung den Anschlag in Bottrop und Essen mit den Vorfällen im Amberg verglich, um im selben Atemzug härtere Asylgesetze zu fordern. Sie alle haben mit ihren Hetzreden und den sich gegenseitig überbietenden rassistischen Forderungen nach mehr Abschiebungen und Isolation von Geflüchteten, sowie mehr Überwachung, Kontrolle und Bekämpfung fortschrittlicher und antifaschistischer Kräfte, Verantwortung für rechte Mordversuche wie in Essen und Bottrop.

Die letzten Wochen und Monate zeigen auf ernüchternde Weise, wohin die Laissez-Faire-Politik gegenüber Rechten und die gleichzeitige Bekämpfung des antifaschistischen Kampfes hin führen. Die Konsequenzen, die wir daraus ziehen, sind eindeutig: Antifaschistischer Widerstand ist legitim und immer notwendiger. Es braucht effektiv und gut arbeitende antifaschistische Strukturen, die es nach und nach schaffen, den Einfluss von rechter Hetze und rassistischer Propaganda zurückzudrängen. Wenn sich gewaltbereite faschistische Strukturen gründen und Aktionen gegen MigrantInnen, Linke oder Andersdenkende durchführen, müssen sie und ihr Unterstützerumfeld baldmöglichst zersetzt und zerschlagen werden. Dabei dürfen wir nicht darauf vertrauen, dass der Staat das Problem in den Griff kriegt, sondern wir müssen selbst aktiv werden und solidarisch zu den Betroffenen rechter Gewalt stehen.

Auch im Jahr 2019 werden wir als AABS an einer solidarischen, befreiten Gesellschaft ohne Rassismus & rechte Hetze arbeiten, in dem wir weiter Aktionen gegen Faschisten, die AfD und andere Rechte entfalten. Wenn also auch du kein Bock auf rechte Gewalt oder Ideen und Vorschläge für den Kampf gegen Rechts hast, dann komm am 1. Donnerstag im Monat um 19 Uhr ins Linke Zentrum Lilo Hermann (Böblinger Straße 105, Haltestelle Erwin-Schoettle-Platz) zum offenen Treffen und bring dich ein!

Kundgebung zum NSU-Prozess – 11. Juli 2018, 18 Uhr, Schlossplatz

Der NSU-Prozess geht zu Ende – Der Kampf gegen Rechts nicht!

Der NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) ist den meisten Menschen in der BRD bekannt. Die bewaffnete faschistische Gruppierung mordete sich von 1998 bis 2011 13 Jahre lang ungehindert durch die gesamte Bundesrepublik. Neun rassistische Morde an Migranten, die Exekution einer Polizistin, drei Bombenanschläge und 14 Raubüberfälle gehen auf das Konto der Naziterroristen.
Nun geht der großangelegte Prozess gegen 5 Beteiligte Nazis nach 5 Jahren und 436 Verhandlungstagen zu Ende. Mit einer Kundgebung am Tag der Urteilsverkündung werden wir deutlich machen, dass ein Ende des Prozesses noch lange nicht das Ende des Kampfes gegen Naziterror und dessen staatliche Schützenhilfe bedeutet!
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Schwäbisch Hall: Kurzbericht zur Demo gegen Rassismus, Naziterror & Verfassungsschutz

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Quelle: Beobachter News

An der zweiten Demonstration der Kampagne „Naziterror und Rassismus bekämpfen! Verfassungsschutz auflösen!“ in Schwäbisch Hall haben sich am 16.November 2013 rund 340 Menschen beteiligt. Der lautstarke und bunt gemischte Demonstrationszug führte vom Eventplatz am Kocherquartier quer durch die Innenstadt und machte für Kundgebungen am Haalplatz, am Grasmarkt und am Froschgraben Halt. Weiterlesen

Konsequent gegen jeden Faschismus – Kommt zur Demo in Schwäbisch Hall!

vorneIm November 2013 jährt sich die Aufdeckung der faschistischen Terrorzelle “Nationalsozialistischer Untergrund” zum zweiten Mal. Acht Morde an Menschen griechischer, türkischer und kurdischer Herkunft, einer an einer Polizistin, sowie weitere Anschläge, dies ist die bittere Bilanz des NSU. Auch in Stuttgart planten die Faschisten einen Anschlag und campierten mehrere Tage lang unerkannt auf dem Cannstatter Wasen. Diese Taten sind aber keine Einzelfälle, sondern nur die Spitze des Eisbergs der rechten Gewalt.
Dies zeigen die Winterbacher Mordversuche an migrantischen Jugendlichen genauso wie das vermehrte öffentliche Auftreten der Faschisten durch Aufmärsche und Kundgebungen, um ihre menschenverachtende Propaganda zu etablieren, dies zeigen die 184 Tote durch Nazigewalt seid 1990 und auch die Millionen Opfer des historischen Faschismus.

Nicht nur in Deutschland töten heutzutage Nazis, auch in anderen Ländern wie Frankreich oder Griechenland kam es zu Morden, beispielsweise an den Antifaschisten Clément Méric und Pavlos Fyssas.Dies können und dürfen wir nicht unbeantwortet lassen. Nur durch gemeinsames und entschlossenes Handeln werden wir faschistischen Umtrieben ein Ende bereiten! Es ist wichtig sich zu organisieren, zu vernetzen und sich in offenen antifaschistischen Treffen aus zu tauschen, damit “Kein Fußbreit den Faschisten” mehr als nur eine Worthülse ist. Die Demonstrationen am 02. und am 16. November sind hierfür ein weiterer Schritt. Doch damit ist es nicht getan, Antifaschismus muss alle Ebenen angehen und darf sich nicht auf eine verurteilende Basis zurückziehen, es ist nicht hinzunehmen dass Faschisten einfach so und fast ungestört morden und hetzen können. Eine breite antifaschistische Front gegen Naziumtriebe, gegen die Unfähigkeiten des sogenannten Verfassungsschutzes, der lieber nach Links schlägt als überhaupt nach Rechts zu schauen, gegen gesellschaftlichen Rassismus, nach Art Sarrazins, der erst ein Klima für Taten wie die des NSU schafft, ist hierfür nötig. Vor diesem Hintergrund wirken die Gleichsetzung und der Vergleich von aktiven Antifaschistinnen und Antifaschisten, durch die sogenannte „Extremismustheorie“, mit Nazis wie blanker Hohn. Antifaschismus ist und bleibt legitim. Auf allen Ebenen und mit allen Mitteln!
Organisiert Euch! Beteiligt euch an antifaschistischen Bündnissen und Initiativen.
Kommt zu den Demonstrationen in Heilbronn und Schwäbisch Hall!
Antifaschistisches Aktionsbündnis Stuttgart & Region (AABS)
VVN-BdA Kreisverband Esslingen

Zugtreffpunkt für die Fahrt zur Demo in Heilbronn am 2. November:
11:30 Uhr | Gleis 9 | Stuttgart HBF

Zugtreffpunkt für die Fahrt zur Demo in Schwäbisch Hall am 16. November:
08:50 Uhr | Gleis 16 | Stuttgart HBF