Hanau war kein Einzelfall – Demo in Stuttgart

10 Jahre

Zur falschen Zeit am falschen Ort?
Stell dir vor, du triffst dich nach dem Feierabend mit ein paar Freunden und gehst in deine Lieblingsbar. Neben Gelächter, guten Gesprächen und einer gelassenen Stimmung fallen plötzlich Schüsse.
Ähnlich war es vor zwei Jahren, am 19. Februar 2020 in Hanau. Neun Menschen, die vermeintlich zur „,falschen Zeit am falschen Ort“ waren. Ferhat Unvar, Said Neser Hashemi, Hamza Kurtovic, Vili Viorel Paun, Mercedes Kierpazc, Kalexan Melkoy, Fatih Saracorly, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültekin sind bei dem rechtsterroristischen Anschlag in Hanau von einem Rassisten ermordet worden. Verpasste Notrufe, ein verschlossener Notausgang (auf Anordnung der Behörden) und langsames Handeln der Polizei haben dazu beigetragen, dass der Mörder unbehelligt weiter durch Hanau ziehen und Menschen ermorden konnte.
Immer wieder heißt es dann, „was wäre, wenn“ und „wären sie doch bloß woanders gewesen“. Was genau ist denn überhaupt der falsche Ort oder die falsche Zeit? Sich abends mit Freundinnen zu treffen, in eine Bar zu gehen, am Kiosk zu stehen und zu arbeiten sind sicher keine Bedingungen dafür, ermordet zu werden. Das Problem ist ein anderes.

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Gedenken an Hanau

Hanau war der traurige Höhepunkt von Terror und Gewalt gegen Migrant*innen: Wir erinnern uns an den „NSU“, der unterstützt von Behörden mordend durchs Land ziehen konnte, den antisemitischen Anschlag in Halle, die brennenden Geflüchteten-Unterkünfte in den Jahren 2015 und 2016 und die ganzen Angriffe auf der Straße, die in Deutschland fast jeden Tag stattfinden. Wir erinnern uns an die Drohmail vom sogenannten „NSU 2.0“. Die Daten der Betroffenen Personen wurden von etlichen Polizeicomputer aus Frankfurt, Wiesbaden, Berlin und Hamburg abgerufen. Weiterlesen

22.02.2020: Fahrt zur bundesweiten Demo nach Hanau

Diesen Samstag, den 22. Februar 2020 findet in Hanau eine bundesweite Demonstration wegen des rechten Terroranschlags statt, zu der verschiedene Organisationen aufrufen. Auch wir aus Stuttgart wollen uns daran beteiligen und fahren gemeinsam mit dem Zug dort hin. Treffpunkt für die gemeinsame Anreise ist am Samstagmorgen um 9.45 Uhr in der Eingangshalle am Hauptbahnhof. Wir werden mit dem Quer-durch’s-Land-Ticket fahren, das ganze kostet pro Person etwa 16 €. Kommt mit und lasst uns die antifaschistischen Kräfte vor Ort unterstützen.

Trauer zu Wut – Antifaschistische Proteste anlässlich des Nazi-Terrors in Hanau

+++ Über 1000 auf Kundgebung wegen Hanau +++ 600 ziehen mit Demo Richtung Rathaus +++ Demoteile stürmen Rathaus und statten AfD-Büros Besuch ab

Antifaschismus muss man selber machen! – Über tausend Menschen beteiligten sich am 20. Februar 2020 an der von Stuttgart gegen Rechts organisierten Kundgebung anlässlich des rechten Terroranschlags in Hanau. Im Anschluss nahmen sich rund 600 davon wütend über Naziterror und seine systematische Verharmlosung die Straße und zogen über die Haupt-Einkaufsstraße zum Rathaus. Auf dem Weg wurde Pyrotechnik gezündet und eine Polizeikette, die das Rathaus schützen wollte, durchbrochen. Durch einen geöffneten Notausgang des bereits geschlossenen Stuttgarter Rathauses wurde dieses von AktivistInnen gestürmt und bei den Büros der „Alternative für Deutschland“ im dritten Stock einen Besuch abgestattet. Unter anderem wurden Plakate mit Slogans wie „Rassistische Hetze führt zu rassistischem Terror!“ und „Ihr tragt die Schuld für Hanau!“ an ihre Tür und in den Flur geklebt.

Wir sind in Gedanken bei den Betroffenen und ihren Angehörigen. Wir trauern um die Menschen die aus rassistischen Motiven umgebracht wurden. Umso wichtiger war die breite Mobilisierung, die große Spontandemo und der Rathaussturm.

AfD und Co sind die politisch Verantwortlichen für Hanau, Halle und all die anderen Taten. Es wird Zeit, sie entsprechend zu konfrontieren. Die Zeiten in denen es ausreicht aufzustehen und nur zu reden sind vorbei. Wann wenn nicht jetzt? Wer, wenn nicht wir?

Kundgebung gegen rechten Terror

Heute findet auch in Stuttgart eine Kundgebung wegen des Terroranschlags in Hanau statt.

Kommt alle in die Stadt! Sagt es weiter und lasst uns gemeinsam gegen rechte Gewalt und für einen offensiven Antifaschismus auf die Straße gehen!

KUNDGEBUNG
20. Februar 2020 – 18 Uhr
Schlossplatz in Stuttgart