Proteste gegen „Fellbach wehrt sich“

AnkunftAm Freitag, den 22. Juli 2016 fand die zweite „Fellbach wehrt sich“-Kundgebung statt, angemeldet von Michael Stecher aus dem Reichsbürger-Spektrum.
Nachdem letztes Mal, am 17. Juni nur 11 Rechte da waren, fanden sich heute etwa zwei Dutzend auf der Kundgebung ein, die dieses Mal den Titel „Für mehr Sicherheit in Fellbach und gegen Gewalt/Sexualdelikte“ trug.
Etwa 200 AntifaschistInnen und aktive FellbacherInnen stellten sich dieser Hetze entgegen. Auch eine antifaschistische Kundgebung machte dieses Mal wieder PassantInnen auf die Problematik in Fellbach mit verschiedenen Redebeiträgen und Infomaterial aufmerksam.

Auch wenn der Kundgebungsplatz der Rechten am Rathaus weiträumig durch Hamburger Gitter und Cops frühzeitig abgesperrt war, gelang es nach kurzer Zeit alle Zugänge für die Rechten zu blockieren, sodass kaum Kundgebungsteilnehmer ohne Geleitschutz der Polizei zu ihrem Ziel gelangen konnten. Zwei Durchgänge waren mit Spanplatten und Baugittern bereits frühzeitig zugebaut worden.

Die Rechten waren wieder auf dem gleichen kleinen Platz, hatten jedoch den Marktplatz davor frei; den Bereich füllten sie jedoch längst nicht, wodurch die Ansammlung verwirrter Reichsbürger, kreischender Rednerinnen und verlorener Rassisten noch kläglicher erschien. Gesprochen hat auch dieses Mal wieder Ester Seitz und der „IslamkriTIGER“ Zahid Khan.

Bis etwa halb neun dauerte dieses Trauerspiel, das trotz aufkommendem Gewitter stets von antifaschistischen Parolen, Trillerpfeifen und auch optisch durch viele Transparente, Schilder und Fahnen abgeschirmt und gestört wurde. Am Rande des Protestes wurden einige Rechte durch kräftige antifaschistische Argumente des Platzes verwiesen.

Im Anschluss an die Aktionen am Marktplatz, formierten sich AntifaschistInnen zu einer Demonstration. Mit lautstarke Parolen setzte sich die Demo in Gang und stoppte auf ihrem Weg an den Wohnorten von drei AfD-Funktionären. Dort wurden die Anwohner in Reden auf das Handeln der ,,Nachbarn“ aufmerksam gemacht. Die Demonstration zog dann zum Fellbacher Bahnhof und rundete den Protest ab.

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Somit haben wir es wieder geschafft, dass „Fellbach wehrt sich“ kaum Öffentlichkeit hatte und wir den Rechten ihren Auftritt vermiesen konnten. Durch die größere Zahl an Polizeikräften und der weiten Absperrung, ausgelöst von unserem entschlossenen Protest im Juni, wirkte die rechte Kundgebung noch unattraktiver als ohnehin schon.
Und auch wenn die Rechten dieses Mal mehr als bei ihrem ersten Auftritt in Fellbach waren, so haben sie nicht an Bedeutung gewonnen und keine weitere Kreise der rechten Szene mobilisieren können.

Letztlich konnte durch die abschließende unangemeldete Demonstration quer durch Fellbach noch ein eigener Akzent gesetzt und noch weitere FellbacherInnen über das rechte Treiben in ihrem Ort aufmerksam gemacht werden.

Wir freuen uns, dass heute wieder so viele Menschen mit uns für ein solidarisches Miteinander und gegen rechte Hetze auf die Straße gegangen sind! Damit sich in Fellbach auch in Zukunft keine rechte Basis entwickeln kann, werden wir wieder da sein, sollte „Fellbach wehrt sich“ nach dem zweiten peinlichen Auftritt heute noch nicht genug haben oder andere Rechte, unter welchem Label auch immer, auf die Straße gehen.

Gegen rechte Hetze – für ein solidarisches Miteinander!

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