Keine Ruhe den Rechten Hetzern – Proteste gegen „Demo für Alle“

Blockade600 AntifaschistInnen auf Kundgebung am Schloßplatz +++ 500 bei den direkten Gegenprotesten +++ Antifaschistischer Protest auch in der „Demo für Alle“ +++ Route der rechten Allianz blockiert +++ Lautstarker Protest an der alternativ Route und Abschlusskundgebung +++ Unangemeldete Spontandemo


Am Samstag, den 21. März zogen christliche Fundamentalisten, Rechtspopulisten und Faschisten erneut durch die Stuttgarter Innenstadt, um gegen die „Frühsexualisierung“ ihrer Kinder und sexuelle Vielfalt zu protestieren. Auslöser der rechten Demonstration waren die Pläne der grün-roten Landesregierung Alternativen zur „klassischen“ Familie ansatzweise in die Unterrichtspläne der baden-württembergischen Schulen einfließen zu lassen. Doch bei der selbsternannten „Demo für Alle“ ging es mitnichten nur um steinzeitliche Familienbilder. Mit der Übernahme des Slogans der rechten „manif pour tous“-Bewegung aus Frankreich sollte hier in der BRD eine ähnliche Bewegung entstehen. Ziel war und ist ein reaktionärer Rollback in Politik und Kultur, getragen von rechten Kräften verschiedener Strömungen.

Die Demonstrationen in Stuttgart dienen dabei auch als Experimentierfeld für die Anknüpfungsfähigkeit und Neuverpackung rechter Stimmungsmache. Nicht umsonst hatten auch die baden-württembergischen PEGIDA-Ableger kräftig die Werbetrommel für heute gerührt.
Nach den Aufmärschen im Februar, März, April, Juni und Oktober 2014, bei denen es ebenfalls lautstarke antifaschistische Proteste gab, mobilisierte nun erstmals ein breiteres Bündnis zu einer Kundgebung am Schloßplatz. An dieser Kundgebung nahmen etwa 600 Personen teil.

Während der, durch mehr als 700 Polizeikräfte abgeriegelten Auftaktkundgebung der reaktionären Hetzer, machte sich ein Großteil der KundgebungsteilnehmerInnen vom Schloßplatz auf den Weg, um die „Demo für alle“ beim Verlassen des Schillerplatzes zu blockieren.
Nachdem die normale Route der rechten Allianz von ungefähr 500 AntifaschistInnen blockiert wurde, entschloss sich die Polizei dazu, eine andere Route für die knapp 1000 Hetzer zu ermöglichen und schleuste diese durch einen anderen Ausgang des Schillerplatzes.

Anschließend kam es zu lautstarkem Protest entlang der Demonstrationsroute und ca. 300 AntifaschistInnen gelang es, auf unterschiedlichen Wegen, in den von Bullen abgeriegelten Stuttgarter Schloßpark vorzudringen und direkt an der rechten Abschlusskundgebung zu protestieren. Dabei wurde eine Antifaschistin von einem Polizeipferd so schwer verletzt, dass diese ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.
Auch innerhalb der „Demo für Alle“ kam es immer wieder zu antifaschistischen Protesten. Mehrere AktivistInnen infiltrierten die Auftaktkundgebung und zeigten so den Teilnehmern der rechten Kundgebung, dass diese sich zu keinem Zeitpunkt sicher fühlen können, auch wenn diese noch so gut von mehreren Hundertschaften beschützt werden.
Stinkbomben, Pfeifkonzerte, Konfetti, Parolen, Antifa-Fahnen und andere Ausdrucksmittel machten deutlich: Stuttgart ist kein sicheres Pflaster für reaktionäre Hetzer!

Nach den dynamischen Protesten zogen 300 AntifaschistInnen in einer Spontandemo vom Schloßpark über den Schloßplatz, durch die Königsstraße bis zum Rotebühlplatz und machten noch einmal deutlich, dass in Stuttgart keine reaktionären, homophoben oder rassistischen Hetzer willkommen sind.

Im sechsten Anlauf ist es erstmals gelungen, die Wichtigkeit und Bedeutung der rechten Allianz auch in breitere Kreise hinein aufzuzeigen. Darauf gilt es in Zukunft aufzubauen und die antifaschistischen Aktionen gegen die „Demo für alle“ zu stärken. Wir bleiben weiterhin wachsam, und werden kreativ und vor Ort sein, wenn die rechten noch nicht die Schnauze voll haben.

Keinen Fußbreit den reaktionären Hetzern in Stuttgart.

Gegen Rechtspopulismus, Fundamentalismus und Homophobie.

 

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