Gegen gefährliche Allianzen!

020114_Stuttgart3Am Samstag den 1.3.2014 planen schon zum zweiten Mal mehrere fundamental-christliche, homophobe und offen rechte Organisationen, Gruppen, Parteien und Einzelpersonen eine Demonstration gegen den Bildungsplan 2015 bzw. gegen die in ihm vorgesehene Thematik der sexuellen Vielfalt. Startpunkt soll der Schlossplatz um 14 Uhr sein.

Bei den erfolgreichen Protesten gegen die erste Veranstaltung am 1.2.2014 war schon sichtbar, dass die Besorgnis der Eltern vorgespielt ist. Ebenso war zu erkennen wie die schöne christliche Fassade abbröckelte und der darunter verborgene Hass auf Ungläubige, Schwule, Lesben und Andersdenkende offen zum Vorschein kam.

Was sollen wir von angeblich besorgten Eltern halten, die ihre Kinder mit Nazis, übermotivierten Polizisten, Rechtspopulisten, Rassisten und sonstigen Hassern zusammen auf eine gemeinsame Demonstration nehmen? Sorgen die sich um eine angebliche Indoktrination ihrer Kinder oder sind die Kinder nicht schon längst von ihren Eltern selbst indoktriniert?
Weshalb singen Menschen „Großer Gott wir loben dich“, wenn die Demo blockiert wurde? Ist das ein Grund sich als Opfer einer „Meinungsdiktatur der Homo – Lobby“ aufzuführen? Weshalb tragen boxende Ordner Jacken mit der Aufschrift „Jesus liebt mich“? Die Wege des Herrn sind unergründlich …

Es war schon eine gefährliche Allianz, die am 1.2.2014 in Stuttgart als „besorgte Eltern“ zusammen kam. Fast noch gefährlicher als die anschließende Diskussion und Hysterie in den Medien.
Das ist leider kein Grund zum Lachen, sondern zur Sorge. In Stuttgart waren es am 1.2.2014 noch maximal 700 Leute, die sich unter dem Deckmantel der „besorgten Eltern“ auf der Straße zeigten. 200.000 Menschen haben meist anonymisiert die Petition „Kein Bildungsplan unter dem Deckmantel des Regenbogens“  unterschrieben. Wer gehört da dazu? Wer versucht da Stimmung zu machen? Ist das wirklich ein Kulturkampf?

In Frankreich sehen die Verhältnisse noch viel verheerender aus. Hier sind schon fünfstellige Teilnehmerzahlen auf ähnlichen Demos mit ähnlichen Allianzen entstanden. Eine rassistische Stimmung geht einher mit homophober Hetze. Das Gefühl im Recht zu sein nach der Schweizer Abstimmungsmehrheit gegen Zuwanderung bestärkt sie weiter. Auf solchen mit Ressentiments gegossenen Boden gedeihen Hass und Gewalt wunderbar. Das ist lebensgefährlich! Der Antifaschist Clément Meric wurde letzten Sommer in Frankreich im Zuge dieser Stimmung ermordet. Weitere Todesfälle drohen.

Solche Allianzen und Stimmungen wollen wir im Keim ersticken! Wir wollen keine Verhältnisse wie in Frankreich! Das lassen wir uns natürlich nicht bieten! Wir wollen eine offene und tolerante Gesellschaft. Nicht nur Nazis und Rassisten jeglicher Couleur haben in Stuttgart oder sonst wo etwas zu suchen, noch Lesben/Trans/Schwulen feindliche Hetzer. Beteiligt euch kreativ und lautstark am Protest gegen die geplante Demo!

Treffpunkt für die Gegen-Proteste:
Kundgebung der Partei DIE LINKE um 14 Uhr am Marktplatz in Stuttgart.

Gegen Homophobe Hetze und gefährliche Allianzen!

 

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