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Faschisten entgegentreten! Am 3. Dezember auf nach Göppingen!

Göppingen war in den vergangenen Jahren immer wieder Schauplatz rechter und faschistischer Aktivitäten. Die ehemalige Neonazigruppe „Autonome Nationalisten Göppingen“ fiel in der Region durch rechte Sticker, Schmierereien, Kundgebungen und süddeutschlandweit Aufmärsche auf, bis hin zu körperlichen Übergriffen auf politisch Andersdenkende. Während eines Verbotsverfahrens vor dem Oberlandesgericht saßen die führenden Köpfe über Monate in Untersuchungshaft. Die Gruppe wurde vorerst verboten. Nach der Haftentlassung gründeten sie den „Stützpunkt Württemberg“ der faschistischen Kleinstpartei „Der III. Weg“. Hauptschwerpunkt des „III. Wegs“ ist die rassistische Mobilisierung gegen geflüchtete Menschen und deren Unterkünfte. In der Vergangenheit störten sie Bürgerversammlungen, verteilten Flyer und organisierten Infostände und Kundgebungen in Göppingen und Umgebung.

Vor einigen Wochen gründeten sie eine „Bürgerwehr“, um Hetzjagd auf MigrantInnen und Geflüchtete zu machen, die in ihrer rassistische Propaganda als Sündenböcke herhalten müssen. Dadurch versuchen die Faschisten die Bevölkerung einzuschüchtern, irrationale Ängste zu schüren und sich als Hüter der „deutschen Leitkultur“ darzustellen.

Mit einheitlichen T-Shirts, Flyern und Aufklebern wollen sie sich als bürgernahe, hilfsbereite Partei präsentieren. Ihr neues „Image“ ist Teil eines Konzepts, mit dem „Der III. Weg“ versucht, sich in der Gesellschaft zu verankern. Mit einer vermeintlich antikapitalistischen Rhetorik greifen sie gesellschaftliche Probleme auf und geben vor, simple Lösungen für diese bieten zu können. Soziale Ungerechtigkeit, Arbeitslosigkeit und Armut lassen sich jedoch nicht durch Rassismus und Ausgrenzung überwinden. Im Gegenteil: Hierdurch wird lediglich weiter auf diejenigen eingeprügelt, die sowieso schon von schwierigsten Lebensbedingungen betroffen sind.

Vielmehr bedarf es einer Bekämpfung der tatsächlichen Ursache, nämlich des kapitalistischen Systems, welches für die meisten Menschen nichts anderes als Ausbeutung und Unterdrückung bedeutet. Um die Faschisten zu stoppen, müssen wir uns zusammenschließen, dürfen uns nicht durch Propaganda von Rechten und Faschisten spalten lassen, sondern müssen diesen entschlossen entgegentreten!

Kommt am 03.12.16 um 11.00 Uhr in die Fußgängerzone in Göppingen!

Zeigen wir Ihnen, dass es weder in Göppingen noch anderswo Platz für Faschisten gibt!

Gemeinsame Anreise ab Stuttgart: 10:15 Uhr | Hbf Stuttgart am Burgerking

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Antifaschistische Gedenkveranstaltung in Cannstatt

Etwa 150 Menschen folgten gestern trotz kaltem Herbstwetter dem Aufruf des Bündnisses zum 9. November und beteiligten sich an der antifaschistischen Gedenkveranstaltung am Platz der ehemaligen Synagoge in Cannstatt.
Neben Heinz Hummler (VVN-BdA) sprach auch ein Vertreter des AABS: „(…) So schmerzlich die Erinnerungen an die Verbrechen früherer Generationen sind, so wichtig ist das Gedenken daran jedoch. Denn an Tagen wie heute führen wir uns vor Augen, was passieren kann, wenn wir Faschisten gewähren lassen.“ Er fügte hinzu: „Wir dürfen Reaktionären jeder Couleur keine Ruhe lassen und müssen Nazis, Rassisten und auch Rechtspopulisten immer und überall bekämpfen – auf allen Ebenen und mit allen notwendigen Mitteln. (…)“
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Gedenken an die Pogromnacht 1938 in Cannstatt

Vor 78 Jahren brannten im deutschen Reich die Synagogen, Geschäfte und Wohnhäuser wurden demoliert und Menschen deportiert. Seit einigen Jahren erinnern wir gemeinsam mit anderen an die Ereignisse vom 9. November 1938 und organisieren eine Gedenkveranstaltung am Ort der ehemaligen Synagoge in Cannstatt. In diesem Jahr beginnt die Veranstaltung um 18 Uhr, musikalische Beiträge kommen vom Freien Chor.
Erinnern heißt gedenken und kämpfen: Nie wieder Faschismus!

>> weitere Infos auf dem Bündnisblog

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Fellbach: Nazis marschieren unter Polizeischutz – Massive Gegenaktionen

Zum vierten Mal seit Juni versammelten sich heute Nazis an der Fellbacher Lutherkirche. Anders als davor wurde dieses Mal bereits im Vorfeld ein Aufmarsch durch Fellbach angekündigt. Dem Häufchen von 22 Faschisten stellten sich erneut mehr als 300 Menschen entgegen, die einer Mobilisierung antifaschistischer Gruppen und Bündnisse gefolgt waren.

Die Gegenproteste begannen bereits um 14 Uhr, eine Stunde vor dem Aufmarsch der Faschisten. An allen Eingängen zum Kundgebungsplatz der Nazis sammelten sich AntifaschistInnen und erschwerten die Anreise der Rechten erheblich. Auf der Hauptkundgebung an der U-Bahnendstation wurden mehrere Reden zu dem antifaschistischem Widerstand, dem Rechtsruck und Fluchtursachen von Teilen der Bündnisse „Gemeinsam gegen Rechts“ und „Rems-Murr Nazifrei“ gehalten.

Auf Seiten der Rechten versammelten sich gerade einmal 22 Personen. Einige davon traten mit Reichsfahnen und eindeutig faschistischen Parolen ganz offen als Nazis auf. Dies stellt eine Veränderung im Vergleich zu den letzten Aufmärschen von „Fellbach wehrt sich“ dar. Das Außenbild war ganz klar faschistisch geprägt, was sicherlich auch an der Mobilisierung von „Karlsruhe wehrt sich“, einem faschistischen Nachfolgeprojekt der Pegida-Aufmärsche, in Karlsruhe lag. Maßgeblich unterstützt und geprägt wurde „Fellbach wehrt sich“ von der selbstdarstellerischen Ester Seitz, die unter anderem enge Verbindungen mit der Nazipartei „Die Rechte“ hat.

Die aktive und offenbar gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen Nazis und Polizei zeigte sich dieses Mal besonders deutlich, als die Rechten sich zum Aufmarsch formierten. Sowohl sie, als auch die Polizeikräfte stellten sich erst in eine Richtung auf, um dann plötzlich gemeinsam umzudrehen und an einer anderen Stelle den Platz zu verlassen.

Auch im Anschluss zeigten sich die zu Hunderten anwesenden Polizeikräfte fest entschlossen, den Naziaufmarsch durchzuprügeln. Von Beginn an wurden AntifaschistInnen von BFE-Einheiten mit Schlagstöcken, Pfefferspray, Tritten und Schlägen angegriffen. Auch eine Reiterstaffel war im Einsatz, welche sich nicht davor scheute, offensiv in AntifaschistInnen hinein zureiten.

Dennoch wurden die Faschisten durchgehend mit Protesten konfrontiert und sahen sich Angriffen mit Steinen und Pyrotechnik ausgesetzt. Auch kam es vielfach zu Materialblockaden auf der Strecke. Nach einer Route durch Wohngebiete vorbei an einer Flüchtlingsunterkunft, liefen sie wieder zum Auftaktkundgebungsplatz, indem die Polizei die antifaschistische angemeldete Hauptkundgebung überrannte. Dort angekommen honorierte Ester Seitz den gewalttätigen Einsatz der Polizei ausdrücklich.

Insgesamt hat dieser Tag wieder einmal gezeigt, dass die staatlichen Repressionsorgane vor nichts zurückschrecken, wenn es darum geht den Nazis den Weg frei zuprügeln – knapp 50 Verletzte und 8 Festnahmen bestätigen dies. Trotz all dieser Umstände gelang es den AntifaschistInnen „Fellbach wehrt sich“ mit erheblichem Widerstand zu begegnen!

-Ein gemeinsamer Bericht des Antifaschistischen Aktionsbündnisses Stuttgart&Region und der Antifaschistischen Jugend Rems-Murr-

22.10.: Rassismus und Faschismus? Läuft nicht!

Am 22. Oktober 2016 soll wieder eine rassistische Kundgebung in Fellbach stattfinden. Zusammen mit zahlreichen anderen Organisationen rufen wir hiergegen zum Protest auf!

Weitere Infos findet ihr unter fb.com/RMKgegenRechts oder auf der Webseite der Antifaschistischen Jugend Rems-Murr. Hier findet ihr den gemeinsamen Aufruf, sowie die UnterstützerInnen:

Ja es geht noch brauner! Nach drei erfolglosen rassistischen Aufmärschen in Fellbach erwartet uns für den 22. Oktober die Veranstaltung einer extrem rechten Aktivistin, welche schon mehrfach dutzende Nazis auf die Straße gebracht hat.

Verantwortlich für diese Radikalisierung zeigt sich mit Ester Seitz eine Aktivistin, welche unter anderem Karlsruhe mit ihren regelmäßigen Aufmärschen aus Rassisten und Nazis terrorisiert.
Dass diese Verbindung gewollt ist, zeigt sich unter anderem an der Teilnahme Ester Seitzs am Bundesparteitag der faschistischen Kleinstpartei „Die Rechte“, sowie der Unterstützung der Aufmärsche in Karlsruhe durch den bisherigen Initiator.
Auch die letzte „Fellbach wehrt sich“-Kundgebung zeigte, was diese angeblich „besorgten Bürger“ in Wirklichkeit sind. Neben der üblichen, rassistischen Hetze wurden dort auch erstmals offen antisemitische und neonazistische Reden gehalten. So wurde im reinsten Nazijargon das Bild einer jüdischen Weltverschwörung gemalt und von
„Blutdeutschen“ gesprochen.

Dieser hetzerische Angriff auf einen Großteil unserer NachbarInnen, FreundInnen und KollegInnen ist für uns nicht hinnehmbar! Dementsprechend wollen wir uns dem rechten Aufmarsch am 22. Oktober gemeinsam und solidarisch entgegen stellen. Weiterlesen

Freiheit für Beni!

beni-soliSeit den Protesten gegen die rechtspopulistische Veranstaltung am 3. Oktober 2016 in Cannstatt sitzt ein Antifaschist in Untersuchungshaft. Der Vorwurf könnte kaum banaler sein: Versuchter Diebstahl. Konkret soll er im Zusammenhang mit dem Verlust eines Pfeffersprays durch einen Polizisten stehen. Kommt zum Prozess am 24. Oktober und zeigt eure Solidarität!

Antifaschismus ist notwendig und legitim.
Solidarität mit dem Antifaschisten in U-Haft!

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22.10. – Filmvorführung „Golden Dawn: A Personal Affair“

Während hierzulande offen faschistische Parteien, wie etwa der „III. Weg“ im bundesweiten Rechtsruck eine untergeordnete Rolle einnehmen, sieht es im europäischen Kontext anders aus. Beispielsweise in Griechenland. Dort hat sich die faschistische Partei „Goldene Morgenröte“ über zwei Jahre hinweg von einer militanten Kleinstgruppierung zur drittstärksten Partei Griechenlands entwickelt. Die Journalistin Angélique Kourounis hat die Partei über mehrere Jahre hinweg beobachtet und eine Dokumentation über die Aktualität des faschistischen Problems gedreht. Wir zeigen das Ergebnis, den Film „Golden Dawn: A Personal Affair“, am 22. Oktober 2016 und ermöglichen im Anschluss eine Diskussion mit der Regisseurin. Los geht’s um 19 Uhr im Linken Zentrum Lilo Herrmann.

Trailer zum Film: https://www.youtube.com/watch?v=X9_8H33wloc